Stuttgart reißt sich (noch immer) selbst ab?
StuttgartPanel
17.06.2026 | 16:45 Uhr - 17:30 Uhr | Wagenhallen, Stuttgart
Beschreibung
Eine Stadt im Spannungsfeld zwischen ersetzen - oder bewahren
Stuttgart befindet sich im permanenten Umbau. Mit jedem Abriss stellt sich die Frage, was dabei verloren geht. Im Zentrum stehen Gebäude, Plätze und Erinnerungsorte, die verschwinden oder radikal verändert werden. Abrisse sind dabei nicht nur bauliche Entscheidungen, sondern Ausdruck einer Stadtentwicklung, die oft zwischen ökonomischem Druck, Modernisierung und Identitätsverlust schwankt.
Kaum ein aktuelles Beispiel passt so sehr in diese Debatte wie das geplante Aus für das Wittwer-Haus am Schlossplatz. Der brutalistische Bau der Architekten Kammerer + Belz aus den späten 1960er-Jahren soll nach Plänen der Eigentümerin Dinkelacker AG abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Eigentümer argumentieren mit technischem Verschleiß und mangelnder Zukunftsfähigkeit des Gebäudes. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin dagegen einen weiteren Verlust baukultureller Identität und verweisen auf die ökologische Problematik von Abrissen. So wird das Wittwer-Haus zum Symbol der immer wiederkehrenden Stuttgarter Frage nach der eigenen Identität.
Referent(in)
Prof. Dr. Martina Barbara Baum
Universität Stuttgart
Institutsleitung
Amber Sayah
Stuttgarter Zeitung
Architekturjournalistin und -kritikerin
Wilfried Dechau
Fotograf, Journalist, Architekt
Klaus Füner
Heinze GmbH
Moderator